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Sachverständigenbüro Richardson
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Umfang und Konzeption von Sanierungen bei Schimmelpilzbefall

Sanierungskonzept und -umfang nach Wasserschaden im neuen Einfamilienhaus

Nach einem Wasserschaden im Bad sind an den Gipskartonwänden in den Nachbarräumen Verfärbungen erkennbar. Es hat sich Schimmelpilz gebildet. Aus hygienischer Sicht ist dieser zu sanieren.

Die Frage der Kundin an uns: In welchem Umfang muss saniert werden, um einen hygienisch einwandfreien Zustand wiederherzustellen? Welche Maßnahmen müssen dabei beachtet werden? Wer kann diese Sanierungen fachgerecht durchführen?

Auch ohne sichtbaren Befall können Baumaterialien nach Feuchteinfluss mit Schimmelpilzen besiedelt sein. Entsprechend den Materialeigenschaften, den zeitlichen Vorgaben und der gewünschten Präzision der Untersuchung gibt es unterschiedliche Methoden, um das Ausmaß des Befalls festzustellen.

Wenn sich das Wasser unter dem Estrich schon bis zu 5 m von der Schadensstelle ausbreiten konnte, sodass Leichtbauwände befallen sind, sollte überprüft werden, ob und in welchem Ausmaß auch andere Materialien befallen sind:

  1. Möglicherweise ist der Putz in Teilen befallen.
  2. Im Fußbodenaufbau kann vordergründig die Trittschalldämmung belastet sein. Durch Bewegungen auf der Bodenfläche können trotz Trocknung Sporen in die Raumluft gepumpt werden.
  3. Sind Dämmmaterialien in den Wänden bewachsen?

    Um sofortige Maßnahmen zum Schutz der Bewohner zu veranlassen, das Schadensausmaß festzustellen und die Maßnahmen zum Arbeitsschutz abzuschätzen, werden folgende Untersuchungen durchgeführt:

    1. Nach erstem Telefonkontakt werden in diesem Fall die Durchführung einer Bodentrocknung im Saugverfahren und die Aufstellung von Raumluftfiltern zum Schutz der Bewohner eingeleitet. Zeitgleich informiert das Sachverständigenbüro die Kundin über qualifizierte Fachfirmen, die Schimmelpilzsanierungen ausführen.
    2. Die Sachverständige untersucht den Schadensbereich und die Materialien der angrenzenden Räumlichkeiten geruchlich und visuell. Dabei werden auch Bauteilöffnungen vorgenommen.
    3. Ist geruchlich oder visuell ein Befall festzustellen, erübrigt sich i. d. R. eine Analyse.
    4. Zur Abschätzung der Risiken für die Nutzer der Räume werden exemplarische Materialproben genommen, um entsprechend der analysierten Schimmelpilzarten Schutzmaßnahmen einzuleiten.
    5. Vor Ort entscheidet die Sachverständige, dass im gesamten Obergeschoss die Gipskartonplatten bis auf eine Höhe von 1,20 m zu entfernen sind. Diese Aussage kann sie aufgrund der visuellen und geruchlichen Inspektion vornehmen. Für die eventuell nicht sichtbar betroffenen Bereiche wird ein Sicherheitsabstand berücksichtigt. (Falls dieser Sicherheitsabstand sehr genau festgelegt werden soll, sind Materialproben zu entnehmen.)
    6. Durch drei Proben der Trittschalldämmung, drei Proben der Mineralwolldämmung in den Leichtbauwänden und zwei Putzproben wird nach erfolgter Analyse der weitere Umfang der Sanierung bestimmt.
    7. Feuchtigkeitsmessungen im Fußbodenaufbau geben Hinweise auf den Fortschritt der Trocknung.
    8. Nach Analyse der Materialproben bewertet die Sachverständige die Höhe des Befalls und entscheidet, dass der Putz nur an einer Stelle abzutragen ist und der Fußbodenaufbau mit der geringen Belastung im Boden verbleiben kann. Sie schlägt aus Vorsorgegründen geeignete Maßnahmen zur Bodenabdichtung vor.
    9. Erstellung des Sanierungskonzeptes und Bestimmung des Sanierungsumfangs auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse mit Angaben zu Arbeitsschutz, Nutzerschutz, Vorgehensweise usw.
    10. Nach erfolgter Sanierung wird neben der visuellen Inspektion eine Kontrollmessung der Raumluft durchgeführt, um den Sanierungserfolg zu dokumentieren.

Leistungen:

  • Anfahrt zum Ortstermin
  • Bestandsaufnahme
  • Feuchtigkeitsmessungen vor Ort
  • Entnahme und Analyse von Materialproben
  • Raumluftuntersuchungen auf Schimmelpilze
  • Gutachtenerstellung mit Sanierungskonzept
  • Sanierungskontrolle und -dokumentation