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Sachverständigenbüro Richardson
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Vorkommen von Formaldehyd im Innenraum

Spanplatten und viele weitere Holzwerkstoffe wie Sperrholz-, Tischler-, MDF-, oder OSB-Platten werden mit Kunstharzen auf Formaldehydbasis verleimt. Bei der Herstellung der Leime wird Formaldehyd mit Harnstoff versetzt, wobei Wasser entsteht, das abtrocknet. Dieser Prozess ist jedoch reversibel, so dass das Kunstharz während der Nutzungszeit durch die Einwirkung von Luftfeuchtigkeit wieder in Harnstoff und Formaldehyd gespalten wird und Formaldehyd aus dem Holzwerkstoff ausgast. Dieser Prozess findet während der gesamten Nutzungsdauer statt, d.h. solange Kunstharz vorhanden ist, der die Holzspäne zusammenhält. So kann auch nach Jahrzehnten durch Ausgasen von Formaldehyd aus Spanplatten und Furnierverleimungen der vom ehemaligen Bundesgesundheitsamt (BGA) festgelegte Richtwert in Wohnräumen von 0,1 ppm deutlich überschritten werden.

Während eine Überschreitung des Grenzwertes nach Chemikalienverbotsverordnung für Holzwerkstoffe bei Spanplatten derzeit kaum noch zu beobachten ist, wird vor allem bei Leim- und Sperrhölzern, verleimten Parkettdielen, OSB-Platten und Laminatböden sowie Holzwerkstoffen, die mit säurehärtenden Lacken behandelt wurden, der Grenzwert für das Inverkehrbringen, bestimmt nach EN 717/2 für beschichtete Holzwerkstoffe und Leimhölzer, erreicht oder überschritten. Obwohl es in der Diskussion über Holzwerkstoffplatten immer wieder auftaucht, treten in Massivhölzern keine relevanten Formaldehydkonzentrationen auf.

Nach wie vor ein Problem ist Formaldehyd in Fertighäusern, insbesondere der 1960er- bis 80er Jahre. Neben quellspezifischen Größen wie der Quellstärke besitzen die raumklimatischen Parameter Luftwechsel, Raumtemperatur, Quellentemperatur, rel. Luftfeuchte und Anströmgeschwindigkeit der Luft an potentielle Quellen einen maßgeblichen Einfluss auf die sich im Innenraum einstellende Ausgleichskonzentration. Die sich einstellenden Raumluftkonzentrationen sind neben der Quellstärke und Raumbeladung auch abhängig von raumklimatischen Bedingungen wie Luftwechsel, Luftfeuchte und Raumtemperatur.