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Sachverständigenbüro Richardson
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Künstliche Mineralfasern / Asbest

AsbestfasernAsbest ist die Sammelbezeichnung für bestimmte natürliche silikatische Minerale mit charakteristischer feinfaseriger Struktur. Typisch für Asbest ist die (fast) vollkommene Resistenz gegen chemische und thermische Einflüsse sowie die sehr leichte Zerfaserbarkeit und Spaltbarkeit in der Längsachse zu feinsten nadelspitzen Fasern. Die grundsätzliche Gefahr von Asbest im Hinblick auf die Gesundheit besteht darin, dass die Fasern nicht nur eingeatmet werden können, sondern in entsprechender Größenordnung (also Längen- und Dickenverhältnis) auch besonders lungengängig sind. Dieses Verstaubungsverhalten, also die Möglichkeit einer Verkleinerung und somit sehr starken Verteilung z. B. in Innenräumen und Arbeitsbereichen, ist wesentlich stärker ausgeprägt als bei künstlichen Mineralfasern.

Nach Informationen des Umweltbundesamtes lag der höchste Verbrauch von Asbest in den 1970er Jahren bei etwa 180.000 t/Jahr, ein Höchststand wurde 1976 mit weltweit ca. 5,2 Mio. t erreicht. Danach sind in der BRD zunehmende Schutzmaßnahmen gegen Asbesteinwirkungen ergriffen worden. 1979 wurde die Verwendung von Spritzasbest verboten. Die Asbestsubstitution im Hochbau konnte entsprechend der Selbstverpflichtung der Asbestzementindustrie jedoch erst Ende 1990 abgeschlossen werden. Die im Umlauf befindlichen Produkte durften noch bis Ende 1991 eingebaut werden.

Künstliche Mineralfasern (KMF) sind amorphe silikatische Fasern und werden unterteilt in Mineralwollfasern (Glas-, Stein-, Schlackenwolle), textile Glasfasern, Keramikfasern und Fasern für Spezialzwecke (Glas-Mikrofasern). KMF werden künstlich aus Glas-, Gesteins- oder Schlackeschmelzen durch Ziehen, Blasen oder Schleudern hergestellt. Im Gegensatz zum natürlich vorkommenden, kristallinen Asbest brechen alle Mineralfasern quer, spalten sich also nicht weiter auf. Auch bei KMF ist jedoch eine Lungengängigkeit gegeben, insbesondere bei alten Mineralwollen, die vor 1996 verarbeitet wurden.