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Sachverständigenbüro Richardson
bauschaden
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Gesundheitliche Auswirkungen

Asbest

Obwohl Lungenkrebs bei Asbestose bereits seit 1943 in die Liste der Berufskrankheiten aufgenommen wurde, klärte sich erst 1972, dass die langgestreckte Form von Asbestpartikeln den krebserzeugenden Faktor darstellt. Der Ausschuss für Gefahrstoffe hat 1988 Asbest als "sehr stark gefährdenden" krebserzeugenden Stoff eingruppiert. Asbest ist heute in Deutschland nach Anhang I der GefStoffV als krebserzeugend, Kategorie 1, eingestuft (Stoffe, die beim Menschen krebserzeugend wirken).
In der arbeitsmedizinisch-epidemiologischen Begründung heißt es: "Asbest kann beim Menschen mindestens zwei Tumorarten verursachen, nämlich Lungenkrebs und Mesotheliom" (= bösartiger Tumor des Brust- oder Bauchfells). Wesentliches Merkmal der krebserzeugenden Fasern ist das Vorliegen von langen (> 5 µm), dünnen (< 3 µm) Partikeln, die eine relativ lange Beständigkeit in der Lunge haben. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von "kritischen" Fasern.

Künstliche Mineralfasern

Auch bei KMF kann eine gesundheitsschädigende Wirkung durch Einatmen auftreten, vor allem dann, wenn die Fasern kritische Abmessungen aufweisen: Länge > 5 mm, Durchmesser < 3 mm, Länge : Durchmesser > 3 : 1. Ähnlich wie bei Asbest wirken sie dann krebserzeugend. Bei Hautkontakt können KMF Juckreiz auslösen. Die Einstufung von KMF erfolgt anhand eines Kanzerogenitätsindex (KI). Dieser soll ein Maß für die Auflösung der Faser im Körper sein. Er errechnet sich aus der Elementzusammensetzung der Fasern und wird wie folgt bewertet.

  • KI-Wert 30 K2 - "Stoffe, die als krebserzeugend für den Menschen angesehen werden sollten"
  • 30 < KI-Wert < 40 K3 - "Stoffe, die wegen möglicher krebserzeugender Wirkung beim Menschen Anlass zur Besorgnis geben"
  • KI-Wert 40 - keine Einstufung als krebserzeugend

Um das Gesundheitsrisiko zu senken, bietet die Industrie inzwischen KMF mit verbesserter Biolöslichkeit an. Solche Fasern lösen sich bei Kontakt mit Körperflüssigkeit relativ schnell auf und verlieren so ihr krebserzeugendes Potenzial.