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Sachverständigenbüro Richardson
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Ursachen für Schimmelpilzbefall

Fachleute, die Wohnräume auf hygienisch oder gesundheitlich relevante Belastungen untersuchen, stellen fest, dass Feuchtigkeitsschäden, bzw. Probleme mit erhöhter Feuchtigkeit, das häufigste Problem darstellen. Ursachen für Schimmelpilzquellen im Innenraum können Feuchtigkeit an oder in der Bausubstanz, aber auch verderbende Lebensmittel, Blumen und Pflanzen, Biomüll und Wertstoffsammlung sowie Tierhaltung in der Wohnung sein.

Feuchteschäden können auf bauliche Mängel, falsches Nutzungsverhalten bezüglich Lüftung, Heizung oder ungünstiger Positionierung von Möblierung - und auf Havarien wie z.B. Rohrbrüche oder Hochwasser zurückzuführen sein. Das verstärkte Auftreten von Schimmelpilzen im Innenraum ist ein Indikator für zu hohe Feuchtigkeit. Bei einer Schimmelpilzbelastung in der Wohnung oder am Arbeitsplatz ist die Zuordnung zu einer Quelle für die Planung von Abhilfemöglichkeiten notwendig.

Die Intensität des Wachstums und die vorkommenden Schimmelpilzarten bei einem Schimmelpilzschaden sind vor allem abhängig von der Feuchte, der Temperatur, dem Nährstoffangebot und dem pH-Wert. Unter geeigneten Lebensbedingungen können eine Vielzahl von Schimmelpilzen zur Entwicklung kommen. Verschlechtern sich die Lebensbedingungen, kommt es meist zur Dominanz einer Art, die den gegebenen Bedingungen am besten angepasst ist. Von einer Schimmelpilzquelle können Sporen, Mycel- und Hyphenbruchstücke, aber auch Zellbestandteile und Stoffwechselprodukte wie b-Glukane, Ergosterol, Toxine sowie MVOCs (microbialvolatile organic compounds) abgegeben werden. In der Öffentlichkeit besonders präsent ist bei einem Schimmelpilzbefall die Frage nach dem Nutzerverhalten (falsches Heizen und Lüften) und Wärmebrücken, um daraus mögliche rechtliche Ansprüche abzuleiten. Dieser Frage kann durch Feuchtigkeitsmessungen, Aufzeichnungen von Temperatur und Feuchtigkeit über einen längeren Zeitraum nachgegangen werden.

Für ein mikrobielles Wachstum ist es nicht erforderlich, dass das Material nass ist, d. h. dass Feuchtigkeit im Bereich der Sättigung (= 100%) nachzuweisen ist. Mikroorganismen können, in Abhängigkeit von Material und Temperatur, bei Feuchtigkeitswerten zwischen 70% und 80% wachsen. Bei bis zu 70% Ausgleichsfeuchte ist kein mikrobieller Befall zu befürchten, weshalb dieser Wert als Fkrit bezeichnet werden kann. Üblicherweise wird im Zusammenhang mit mikrobiellem Wachstum der aw-Wert angegeben, der die relative Ausgleichsfeuchte bezogen auf den Wert 1 als Sättigungswert angibt. So bedeutet aw = 0,85 eine relative Ausgleichsfeuchte von 85%. Der Begriff Ausgleichsfeuchte bezeichnet die Feuchtigkeit der Luft, die ein Material umgibt, soweit Luft und Material bezüglich des Feuchtigkeitsgehaltes im Gleichgewicht stehen. Es muss bei der Untersuchung von Innenräumen beachtet werden, dass relative Luftfeuchtigkeit mit Werten von weniger als 100% in der Regel optisch nicht erkennbar ist. Es treten erkennbare Feuchtigkeitsflecken erst dann auf, wenn freies Wasser vorhanden war oder ist, d. h. wenn es zur Kondensation gekommen ist.