Warum Ringversuche zur Raumluftuntersuchung wichtig sind und welche Erkenntnisse sich für die gutachterliche Tätigkeit ergeben. 

Der Gesamtsporenauswertung kommt bei der Beurteilung von Schimmelschäden eine besondere Bedeutung zu, da mit dieser Methode nicht nur die kultivierbaren Schimmelpilzsporen, sondern auch die nicht mehr oder schwer kultivierbaren Sporen erfasst werden. Beurteilungsrelevant sind dabei vor allem die Sporentypen, die sehr häufig in Feuchteschäden gebildet werden und in einem ausreichenden Ausmaß in die Luft freigesetzt werden.

Sachverständige, die Untersuchungen der Raumluft auf Schimmelpilze mit dem Ziel durchführen, die ermittelten Gesamtsporen mit Zielwerten aus der Literatur zu vergleichen, müssen sich mit der Qualität des beauftragten Labors und den jeweiligen Messunsicherheiten der Methode auseinandersetzten, sofern sie nicht falsche Schlüsse aus den Zahlen in Laborbefunden ziehen und somit Fehlentscheidungen treffen wollen. Um ein Analyseergebnis bewerten und analysieren zu können, sollte der Sachverständige beim Untersuchungslabor anfragen, ob dieses regelmäßig mit Erfolg an einem entsprechenden  Ringversuch teilnimmt,  in welchem Arbeitsbereich das angewandte Analyseverfahren genutzt werden kann und mit welcher Messunsicherheit die Ergebnisse behaftet sind.

„Ringversuche zur Gesamtsporenauswertung des VDB“ Trautmann, C., Mehring, M., Gundlach, C., Gabrio, T., Münzenberg, U., Der Bausachverständige, Jahrgang 17, Heft 4 (August) 2021, S. 28-34